Hochschulinformationstag

10. März 2018 an der Universität zu Köln 

 

Medizinstudium in Deutschland und Europa

Unter diesem Motto veranstaltete med2university eine vielbesuchte Infoveranstaltung mit ausgesuchten Referenten und einem breiten Themenspektrum. Schüler und Eltern informierten sich bei den verschiedenen Vorträgen über das Medizinstudium in Deutschland und Europa und im Anschluss daran hatten alle auch die Möglichkeit an den Ständen noch weitere spezifische Fragen zu klären.

  

 

Medizinstudium in Deutschland (Dr. Marianne Kunisch, med2university)

Frau Dr. Kunisch referierte in „Medizinstudium in Deutschland“ sowohl über das allgemeine Bewerbungsverfahren, und ging in zahlreichen Beispielen auf das komplexe AdH Verfahren ein, sowie auf die Möglichkeiten und Chancen auch bei nicht ausreichendem Abiturnoten Durchschnitt noch zum Zug zu kommen. Sie machte deutlich, dass Chancen nur über eine präzise, individuellen Bestandsaufnahme aufgezeigt werden können.

 

Bewegen und analysieren - Physiotherapie studieren (Andreas Hellmann, Fresenius Hochschule)

Bei einer Großzahl von Erkrankungen ist Physiotherapie ein unverzichtbarer Bestandteil des Therapiekonzeptes. Neben dieser kurativen Behandlung umfasst die physiotherapeutische Tätigkeit auch Prävention und Rehabilitation. Sie richtet sich also gleichermaßen an Gesunde wie Kranke. Physiotherapeuten leisten einen wichtigen Beitrag, die Lebensqualität von Patienten möglichst dauerhaft zu verbessern. Dabei arbeiten sie eng mit Ärzten, Sportwissenschaftlern sowie mit Ergotherapeuten und Logopäden zusammen.

Bereits seit 20 Jahren bildet die Hochschule Fresenius Physiotherapeuten auf akademischem Niveau aus. Sie war damit die erste Hochschule in Deutschland, die diesen Schritt zur Professionalisierung und damit zur langfristigen hochwertigen Patientenversorgung gegangen ist.

Reformen im Gesundheitssystem und die Entwicklung hin zu mehr Qualitätssicherung machen deutlich, dass Physiotherapeuten auch kompetent genug sein müssen, um ihre geleistete Arbeit qualitativ zu belegen. Der Umgang mit angewandten Forschungsmethoden, die im Studium Physiotherapie an der Hochschule Fresenius intensiv erarbeitet werden, ist hierfür unerlässlich.

Akademisierte Physiotherapeuten sollen zur Professionalisierung und Weiterentwicklung der Physiotherapie in der Gesundheitsversorgung in Deutschland beitragen.

 

Human – und Zahnmedizin in Lettland, der Slowakei und Tschechien. (Imen Bessassi, Finde Academic, Internationale Studienberatung und Vermittlung)

Frau Bessassi von Finde Academic referierte über das Medizinstudium an verschiedenen osteuropäischen Hochschulen. Im Detail wurden die Stradins Universität in Riga (Lettland) und die medizinischen Universitäten in Königsgrätz (Tschechien) und Kosice (Slowakei) vorgestellt. Neben spezifischen Informationen über die Universitäten erläuterte sie auch den Bewerbungsprozess, Bewerbungsvoraussetzunge und die Studienkosten.

 

Alternative Studienmöglichkeiten: Medizinische Assistenz - Chirurgie (Prof. Dr. Heistermann, Fliedner Universität)

Das neue Studium „Medizinische Assistenz – Chirurgie“ ist eine akademische Weiterentwicklung der bisherigen in Deutschland bestehenden Ausbildungen zu Chirurgisch-Technischen Assistenzberufen und antwortet auf die Herausforderungen der demografischen Entwicklung, die Fortschritte in der Medizintechnik und auf eine neue Aufgabenverteilung in den Kliniken.

Die Tätigkeiten der Medizinassistentin /Medizinassistenten – Chirurgie umfasst die Mithilfe bei der prä-, intra- und postoperativen Versorgung des Patienten in unterschiedlichsten chirurgischen Fachdisziplinen einer Klinik. Sie führen spezialisierte Assistenzaufgaben in den medizinischen und operationstechnischen Bereichen unter Anweisung eines Facharztes durch. Auf den Stationen und in den Ambulanzen handelt es sich um Tätigkeiten wie z.B. die Blutabnahme, Infusionsanlage, vorbereitende Anamnese, Mitwirkung von klinischen Forschungsprojekten oder den Verbandwechsel. Die Tätigkeiten in der Operationsabteilung beinhalten u.a. die OP-Felddesinfektion und Abdeckung, die Assistenz am OP-Tisch, die Mithilfe beim Wundverschluss bis hin zu OP-Verwaltungs – und Dokumentationsaufgaben.

Ein wesentlicher Grund für den neuen Studiengang folgt aus der Tatsache, dass die langjährig guten Erfahrungen mit dem Studium zum „Physician Assistant“ an Universitäten und Fachhochschulen im internationalen Umfeld (Niederlande, England und USA) eine Akademisierung empfehlen. So wird außerdem für die Studenten der Medizinischen Assistenz – Chirurgie eine internationale Mobilität im Rahmen dieses Berufsbildes ermöglicht.

Aktuell haben sich deutsche Hochschulen und Berufsakademien, die Präsenz-Studiengänge Physician Assistant, Arztassistenz oder Medizinische Assistenz-Chirurgie anbieten, zum „Deutschen Hochschulverband Physician Assistant“ (DHPA) zusammengeschlossen. Seine Ziele sind der fachliche Austausch der Hochschulen und seiner Angehörigen über die Ausgestaltung und die Inhalte der Studiengänge sowie die Förderung des Berufsbildes, insbesondere durch Information und Beratung u. a. von staatlichen Organen, Verbänden und der Öffentlichkeit.

 

Studierfähigkeitstest: HAM-Nat und Münsteraner Test (Dr. Marianne Kunisch, med2university)

Viele Universitäten entscheiden sich für die Durchführung eines Studierfähigkeitstest. An den Universitäten Berlin, Hamburg und Magdeburg müssen die Bewerber sich einem naturwissenschaftlichen Test, dem HAM-Nat stellen. Die große Chance für viele Bewerber ist, dass man bis zu einem NC-Wert von 1,8 für Humanmedizin und bis 2,1 für Zahnmedizin zu diesem Test eingeladen werden wird. Geprüft werden die naturwissenschaftliche Fächer Physik, Chemie, Biologie und Mathematik. Der HAM-Nat ist ein anspruchsvoller Test, da weder Formelsammlung noch Taschenrechner verwendet werden darf. Um diesen HAM-Nat gut zu bestehen, ist eine sehr gute Vorbereitung notwendig. 

Ein anderes Verfahren wendet die Universität Münster an. Es handelt sich um ein ganztägiges Auswahlverfahren mit unterschiedlichen Aufgaben. So werden zu Beginn des Tages die naturwissenschaftlichen Kenntnisse der Bewerber überprüft und im Anschluss daran müssen die Bewerber am Nachmittag verschiedene Aufgaben mit z. T. Simulationspatienten absolvieren. Neben diesen Kriterien werden auch Abiturnote und ein Motivationsschreiben bewertet.

 

Studienplatzklage: Welche Möglichkeiten bietet die Studienplatzklage? (Rechtsanwältin Elke Giesen)

Seit mehreren Jahrzehnten bin ich erfolgreich auf dem Gebiet der Studienplatzklage und des Quereinstiegs tätig.

Das Grundrecht der freien Berufswahl (Art. 12 Abs. 1  GG) gewährt jedem Studienbewerber einen Anspruch auf Ausschöpfung der vorhandenen Ausbildungskapazitäten. Im Rahmen der Studienplatzklage, auch Kapazitätsverfahren genannt,

werden die von den Hochschulen angegebenen Studienplatzzahlen auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft. Oft stellt sich im Verfahren heraus, dass die Hochschulen noch weitere Studienbewerber aufnehmen können, was dann zum begehrten Studienplatz führen kann.

Darüber hinaus kann im Rahmen eines Klageverfahrens überprüft werden, ob ein Ablehnungsbescheid von der Stiftung für Hochschulzulassung (früher ZVS) oder einer Hochschule rechtmäßig ist (Prüfung der Vergabekriterien, wie z.B. der Wartezeit).  

Die Quereinstiegsberatung verfolgt das Ziel, für meine Mandanten einen möglichst zulassungsfreien naturwissenschaftlichen Studiengang zu finden, in dem Leistungsnachweise erworben werden können, die auf das Medizinstudium angerechnet werden.

Auf diese Weise ist dann ein Einstieg in ein höheres Fachsemester Medizin möglich. Für den Einstieg in ein höheres Semester ist meistens ein Klageverfahren notwendig. Die Erfolgsaussichten für Klagen zum höheren Semester sind besser als zum ersten Fachsemester.

 

Studierfähigkeitstest: TMS – Test (Dr. Jürgen Sartorius, TAT-Zulassungstest)

Herr Dr. Sartorius referierte über den Studierfähigkeitstest TMS, der von vielen Universitäten angewendet wird. Es stellte im Detail die verschiedenen Untertest vor und gab schon erste Tipps zur Lösungsstrategie der unterschiedlichen Aufgabentypen. Er betonte wie wichtig eine gute Vorbereitung auf diesen Test ist.

 

Mit abiturma zum besseren Abitur (Michael Reich, abiturma)

Der Abschluss des Hochschulinformationstages lag auf der Abiturvorbereitung. Herr Michael Reich von abiturma unterstrich nochmals die Bedeutung eines Mathematiks – Abiturvorbereitungskurses. Es stellte in diesem Zusammenhang abiturma vor, die deutschlandweit Mathematik-Abiturvorbereitungskurse anbieten und bereits über 15 000 Abiturienten in einem einwöchigen Prüfungsvorbereitungskurs auf das Mathematikabitur vorbereitet haben. Im Detail stellte er auch die Arbeitsweise von abiturma, die ihre Teilnehmer entsprechend ihren Leistungsniveaus in verschiedenen Niveaustufen einteilen, vor.

 

Lerntechniken zur Abiturvorbereitung (Marian Bruchholz, Zentrale Studienberatung der RWTH Aachen)

Den Abschlussvortrag hielt Marian Bruchholz von der Zentralen Studienberatung der RWTH Aachen über „Lerntechniken zur Abiturvorbereitung“.

In diesem Vortrag wurde nochmals die Wichtigkeit eines guten Zeitmanagments und der Anwendung von Lerntechniken dargestellt. Vorgestellt wurden verschiedene Methoden wie die ALPEN-Methode, Eisenhower, mind-Maps und Lernposter, die sich zur Visualisierung des Lernstoffs hervorragend eignen.



Programmpunkte der Veranstaltung:

 

 

10:00 - 10:30

Begrüßung

Einführung in das Medizinstudium in Deutschland

(Dr. Marianne Kunisch, med2university)

10:30 - 11:00

Freiwilliges Soziales Jahr und Bundesfreiwilligendienst im Inland

(Janica Minwegen, Deutsches Rotes Kreuz)

11:00 - 11:30

Bewegen und analysieren - Physiotherapie studieren

(Andreas Hellmann, M.Sc., Fresenius Hochschule, University of Applied Sciences)

11:30 - 11:50

Pause und Gespräche an den Ständen

11:50 - 12:20

Alternative Studienmöglichkeiten: Medizinische Assistenz - Chirurgie -

(Prof. Dr. Heistermann, Fliedner Fachhochschule, Universität of Applied Sciences)

12:20 - 12:50

Human - und Zahnmedizinstudium in Lettland, der Slowakei und Tschechien. 

(Imen Bessassi, Finde Academic, Internationale Studienberatung und Vermittlung)

12:50 - 13:50

Mittagspause und Gespräche an den Ständen

13:50 - 14:10

Studierfähigkeitstest: HAM - Nat Test und Münsteraner Test

(Dr. Marianne Kunisch, med2university)

14:10 - 14:40

Studienplatzklage: Welche Möglichkeit bietet die Studienplatzklage?

(Rechtsanwältin Elke Giesen)

14:40 - 15:00

Studierfähigkeitstest: TMS - Test - Medizinertest -

(Udo Demmer, TAT - Zulassungstest)

15:00 - 15:20

Pause und Gespräche an den Ständen

 

15:20 - 15:50

Mit abiturma zum besseren Abitur

(Michael Reich, abiturma)

15:50 - 16:20

Lerntechniken zur Abiturvorbereitung 

(Marian Bruchholz, Zentrale Studienberatung der RWTH Aachen)

16:20 - 16:30

Abschluss

(Dr. Marianne Kunisch, med2university)

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