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Mein Weg an die Charité: Wie ich durch einen Studienplatztausch meinen Traumstudienplatz viel früher bekommen habe als gedacht.

von Mara Zimmer am 22.04.2026

Wenn mir vor ein paar Monaten jemand gesagt hätte, dass ich schon zum Sommersemester 2026 an der Charité Medizin studieren würde, hätte ich das wahrscheinlich selbst kaum geglaubt.

Denn mein Plan sah eigentlich ganz anders aus.

EWrfahrungsbericht Studienplatztausch - das Gebäude der Charité in Berlin

Ich hatte mein Abi 2025 geschrieben, den TMS im November 2025 absolviert und im September 2025 ein FSJ begonnen, weil ich wusste, dass ich meinem Traum vom Medizinstudium Schritt für Schritt näherkommen wollte. Mein FSJ hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon sieben Monate lang durchgezogen. Für mich war klar: Ich investiere alles, was ich kann, in diesen Weg — auch wenn ich noch nicht wusste, wann oder wie genau er mich ans Ziel bringen würde.

Eigentlich hatte ich mich für das Sommersemester 2026 eher aus Interesse beworben. Nicht, weil ich fest davon ausgegangen wäre, direkt einen Platz zu bekommen, sondern eher mit dem Gedanken: Ich schaue einfach mal, wie weit ich komme.

Denn insgeheim war für mich schon lange klar, dass ich am liebsten an nur einer Universität studieren möchte: an der Charité in Berlin. Berlin ist meine Heimatstadt. Ich bin hier aufgewachsen, und der Wunsch, hier auch Medizin zu studieren, war für mich nie nur irgendeine Präferenz auf einer Liste — es war mein klares Ziel.

Als ich meine Bewerbung bei Hochschulstart für das Sommersemester abgeschickt habe, war mein Gedanke deshalb relativ nüchtern: Für das Wintersemester 2026/27 würden meine Chancen an der Charité ohnehin deutlich besser stehen, weil mir dann auch die Punkte aus meinem FSJ angerechnet werden könnten. Für das Sommersemester selbst habe ich mir daher ehrlich gesagt kaum Chancen ausgerechnet.

Bei der Priorisierung meiner Wunschorte war deshalb eigentlich nur eines wirklich klar: Die Charité kommt auf Platz 1.

Den Rest habe ich mehr oder weniger nach Gefühl geordnet. Nicht, weil mir die anderen Universitäten egal waren, sondern weil für mich innerlich längst feststand, dass ich nur für Berlin wirklich brenne.

Dann kam der 09.02.2026.

An diesem Tag bekam ich eine Zulassung für Gießen. Natürlich habe ich mich gefreut — eine Zusage ist eine Zusage. Aber gleichzeitig war mein erster Gedanke auch: Gießen ist bestimmt nett, aber es ist eben nicht Berlin. Und genau deshalb fühlte sich diese Zulassung noch nicht wie „mein Platz“ an, sondern eher wie eine Möglichkeit auf dem Papier.

Am 11.02.2026 habe ich mich dann erneut für den TMS angemeldet. Mein erstes Ergebnis war schon wirklich sehr gut, aber ich wollte meine Chancen für einen Studienplatz im Wintersemester 2026/27 in Berlin noch weiter verbessern. Für mich war damals der Plan: weiterkämpfen, weiteroptimieren, nicht stehenbleiben.

Nur zwei Tage später, am 13.02.2026, kam dann die nächste Zulassung: Erlangen/Bayreuth.

Und ich weiß noch genau, wie ich in dem Moment kurz dachte: Vielleicht muss ich meinen Traum von Berlin wirklich aufgeben. Aber dieser Gedanke blieb nicht lange. Stattdessen habe ich ziemlich schnell wieder versucht, mich auf das zu konzentrieren, was ich beeinflussen konnte. Ich dachte mir: Dann mache ich den TMS eben nochmal, gebe weiter alles und hoffe, dass irgendwann doch noch die Zulassungsbescheinigung der Charité kommt. Denn die Vorstellung, meine Heimatstadt für das Studium verlassen zu müssen, hat sich für mich einfach nie richtig angefühlt.

Und dann kam plötzlich der Wendepunkt — nicht durch einen perfekten Masterplan, sondern durch ein Gespräch mit meiner Mutter und Freunden. In diesem Gespräch haben wir über meine Zulassungen gesprochen und plötzlich fiel mir ein Gedanke ein, der alles verändert hat:

„Ich habe ja noch gar nicht nach einem Tauschpartner gesucht …“

Die Idee des Studienplatztausches hatte ich nämlich überhaupt nicht mehr auf dem Schirm. Ich hatte mich auf Bewerbung, TMS, FSJ und meine Chancen konzentriert — aber nicht darauf, dass es vielleicht noch einen anderen Weg geben könnte. Also habe ich innerhalb weniger Minuten völlig panisch alle möglichen Webseiten durchsucht. Und tatsächlich: Ich habe genau eine Person gefunden, die einen Studienplatz in Berlin bekommen hatte und nach Erlangen wollte.

Ich habe ihn sofort kontaktiert. Und dann haben wir das Ganze gemeinsam durchgezogen.

Am 02.03.2026 habe ich meine Immatrikulationsbescheinigung der FAU Erlangen bekommen. Das ist nämlich ein wichtiger Punkt, den viele vielleicht gar nicht wissen: Für einen Studienplatztausch reicht es nicht, einfach nur eine Zulassung zu haben. Man muss sich in der Regel zunächst an der Universität immatrikulieren, an der man den Platz bekommen hat, danach den Antrag auf Studienplatztausch bei beiden Universitäten einreichen, nach erfolgreicher Genehmigung den ursprünglichen Platz wieder aufgeben beziehungsweise sich exmatrikulieren und sich dann an der Tauschuniversität neu immatrikulieren.

Allein beim Schreiben merke ich wieder, wie viel Papierkram, Warten, Hoffen und Zittern damit verbunden war. Aber als am 13.03.2026 dann meine Immatrikulationsbescheinigung der Charité kam, war all der Papierkram und das Warten in Vergessenheit geraten.

Es war definitiv kein einfacher oder entspannter Weg. Aber am Ende hielten wir beide genau das in der Hand, was wir uns eigentlich von Anfang an gewünscht hatten: unsere Traumstudienplätze.

Und jetzt, exakt zwei Monate nach der Zulassungsbescheinigung von Erlangen, beginnt schon am 13.04.2026 mein Medizinstudium an der Charité.

Wenn ich auf diese letzten Monate zurückblicke, dann denke ich vor allem eines:

Manchmal sieht der Weg zum Ziel ganz anders aus, als man es geplant hat.

Ich dachte lange, ich müsste einfach nur warten, mein FSJ beenden, vielleicht den TMS nochmal schreiben und dann auf das Wintersemester hoffen. Dass ich schon vorher über einen Studienplatztausch an meine Traumuni kommen würde, hätte ich niemals erwartet.

Genau deshalb möchte ich meine Geschichte teilen: weil ich zeigen möchte, dass ein Weg nicht aussichtslos ist, nur weil er nicht geradlinig verläuft.

Ich habe mein Abi geschrieben, den TMS gemacht, ein FSJ begonnen und sieben Monate lang durchgezogen — und dann musste ich dieses FSJ früher beenden, weil ich meinen Studienplatz bekommen habe. Auch das war emotional erstmal ein besonderer Moment, weil ich mich auf diesen Abschnitt eingelassen hatte und er plötzlich anders endete als gedacht. Aber genau darin steckt für mich auch etwas Wichtiges: Manchmal ändern sich Pläne nicht, weil man gescheitert ist, sondern weil sich plötzlich eine neue Chance auftut.

Deshalb möchte ich allen, die gerade auf ihren Platz warten, mitgeben:

Gebt euren Traum nicht vorschnell auf. Informiert euch, bleibt aufmerksam und schaut auch auf Möglichkeiten, die nicht sofort offensichtlich sind.

Und ganz konkret: Achtet bei eurer Priorisierung auch darauf, welche Universitäten grundsätzlich einen Studienplatztausch ermöglichen. Das ist kein garantierter Weg und funktioniert nur, wenn viele Voraussetzungen erfüllt sind und sich wirklich ein passender Tauschpartner findet. Aber es kann eine reale Chance sein, die man zumindest kennen sollte.

Mein Weg an die Charité war sicher nicht der klassische.

Aber genau deshalb möchte ich ihn erzählen.

Weil Hoffnung manchmal nicht daraus entsteht, dass alles nach Plan läuft — sondern daraus, dass sich plötzlich doch ein Weg auftut, mit dem man nie gerechnet hätte.